Ansprechpartner
Hans-Georg Kessler
Projektleiter Ölsaaten
Beim Bahnhof
4936 Kleindietwil
Tel. 062 957 80 53
Fax 062 957 80 59
E-Mail
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Neues zum Bioraps
Bioraps: Informationen für die Saison 2011-2012
In der zweiten August Woche fanden zwei Arbeitstreffen bezüglich Bioraps statt. Hier die wichtigsten Hinweise für die Praxis.
Produzentenpreis und Markt
Der aktuelle Produzentenpreis (2011) beträgt 200 Franken pro Dezitonne. Die Genossenschaft Biofam setzt sich für eine zukünftliche Preiserhöhung von 20 Franken ein, um die Rentabilität der Kultur zu sichern. Der Durchschnittsertrag lag im vergangenen Jahr bei 16 Dezitonnen pro Hektare. Ein Durchschnittsertrag von 20 Dezitonne pro Hektare ist das Ziel im Bioackerbau.
Für Umstellraps werden 135 Franken pro Dezitonne auszahlt. Produzenten und Bioberater wünschen sich auch bei Umstellraps eine Preiserhöhung. Biofarm nahm diese Äusserung zur Kenntnis.
Bezüglich Markt, bleibt die Nachfrage nach Bio Rapsöl hoch und konstant. Die Vermarktung erfolgt hauptsächlich durch den Coop Kanal. Von Seite der Coop besteht weiterhin ein grosses Interesse Schweizer Bio Rapsöl zu erhalten. Biofarm verkauft einen Teil des Rapsöls direkt via Fachhandel. Das Ziel für die Ernte 2012 ist die Anbaufläche auf 200 ha auszudehnen.
Sorten
Bisher ist nur biovermehrtes Saatgut erhältlich. Spezielle für den Biolandbau gezüchtete Sorten mit geringen Nährstoffansprüchen gibt es noch nicht. Es wird einige Jahre dauern bis solche Sorten auf den Markt kommen. Bis zu diesem Zeitpunkt, werden die geeigneten Sorten für den Biolandbau aus den herkömmlichen, konventionell, intensiv gezüchteten Sorten ausgewählt. Die untenstehende Tabelle (erstellt durch Biofarm) fasst die wichtigsten Informationen bezüglich empfohlener Sorten für die August oder September Aussaat 2011 zusammen.
Sorten mit mittelfrühen und frühen Blühbeginn können zur Vorbeugung von Rapsglanzkäferschäden dienen.
Tabelle der Sortenliste (183 KB)
Herbst ist entscheidend für den Erfolg
Raps soll früh auf einem sauber bearbeiteten Boden ohne Verdichtungen angesät werden. Der Raps muss schnell auflaufen und im Herbst schon gut mit Nährstoffen versorgt werden. Eine Hofdüngergabe vor der Saat, eventuell noch eine Güllegabe einen Monat nach der Saat, sollten ausreichen. Mit den heutigen Sorten sind diese Stickstoffgaben einer der wichtigsten Schlüsselfaktoren im Bio Rapsanbau. Im Frühjahr ist der Stickstoff möglichst früh auszubringen, der Dünger soll vor der Blüte wirken. Im Biolandbau ist oft der Stickstoff der limitierende Faktor und nicht immer der Rapsglanzkäfer.
Erfolgsfaktoren für den Biorapsanbau (Biofarm) (65 KB)
Anbauverträge
Die Produzenten werden gebeten den unterschriebenen Anbauvertrag bis Ende September der Biofarm zu senden.
Rückblick auf’s Rapsjahr 2011

- Die Rapsernte 2011 erfolgte unter schwierigen Witterungsbedingungen
Die Rapsernte ist an den meisten Orten abgeschlossen. Dank der milden Frühjahrstemperaturen, der daraus resultierenden frühen Stickstoffmineralisierung und des vergleichsweise späten Rapsglanzkäfereinflugs waren die Biorapserträge in diesem Jahr etwas höher als in den vergangenen Jahren. Negativ auf den Ertrag wirkte sich die anhaltende Trockenheit im Mai und Juni aus: Vor allem schwache Rapspflanzen in stark verunkrauteten Beständen zeigten häufig Trockenheitsschäden. Kurz vor der Ernte führten dann Gewitter mit Hagel lokal zu starken Schäden.
Sorten und Erträge 2011
In diesem Jahr wurden hauptsächlich zwei Rapssorten Robust und Aviso angebaut. Aviso wurde auf 78 Hektaren ausgesät, davon kamen 70 Hektaren oder 90 Prozent bis zur Ernte. Sorte Robust wurde auf 77 Hektaren ausgesät, davon kamen 64 Hektaren oder 84 Prozent bis zur Ernte. Die Erträge der Sorte Aviso lagen mit durchschnittlich 16 Dezitonnen pro Hektare etwas höher als die Erträge der Sorte Robust mit 15 Dezitonnen pro Hektare.
Aussaat 2011
Für die Aussaat 2011 steht Biosaatgut der Sorte Robust und Vision zur Verfügung. Konventionelles, ungebeiztes Saatgut der Sorte Aviso darf mit Ausnahmebewilligung gesät werden. Die Sorte Vision zeichnet sich durch eine sehr schnelle Frühjahrsentwicklung und eine sehr frühe Blüte aus und ist daher insbesondere für Schädlingslagen eine gute Alternative zur spätblühenden Sorte Robust.
Autorinnen:
Claudia Daniel (FiBL) und Stefanie Bergmann (Biofarm)
Rückblick 2010 und Empfehlungen für 2011
Rückblick
Die Biorapserträge 2010 lagen im Mittel bei 15 dt/ha. Das ist ein wenig mehr als letztes Jahr mit 13 dt/ha. Zum Glück mussten im Frühjahr 2010 weniger Felder umgepflügt werden infolge Rapsglanzkäferschäden oder anderer Probleme als im Vorjahr.
In den letzten Jahren beherrschten die Biorapsproduzenten die Unkrautregulierung und Düngung immer besser. Aber jedes Anbaujahr ist bezüglich Wetter und Schädlinge anders und stellt eine immer neue Herausforderung dar.
Biofarm, FiBL und die kanonalen Bioberater danken den Biorapsproduzenten für das Zurverfügungstellen ihrer Angaben zur Rapskultur. Sie haben mitgeholfen die bestehenden Probleme festzustellen und den Handlungsbedarf aufzuzeigen.
Ausblick
Der Bioraps für die Ernte 2011 ist bereits gesät. Wenn die Jungpflanzen zu wenig kräftig sind, sollte Ende September Gülle gegeben werden. Ausgangs Winter sollte die Düngung sehr früh erfolgen, je nach Ausbringbedingungen Ende Februar oder Anfang März. Organische Handelsdünger können bereits im Februar gestreut werden. Eine erste Düngung erst Ende März nützt nichts mehr.
Zahlreiche Produzenten haben die Sorte Aviso gesät. Sie ist frühreifer als Robust und kann deshalb dem Rapsglanzkäfern eher «entrinnen» als Robust.
Die Biorapsproduzenten werden im Januar 2011 zu einer Bioraps-Tagung eingeladen. Hauptthema wird die Bekämpfung der Rapsschädlinge sein. Im Speziellen wird es um die Eindämmung des Rapsglanzkäfers mit Gesteinsmehl gehen.
Weiterführende Informationen
Brief der Biofarm an die Biorapsproduzenten vom 31.08.2010 (125 KB)
Rapsaussaat Sommer 2010: Sorte Aviso ist interessant
(28.07.2010) Um das Risiko in Gegenden mit hohem Rapsglanzkäferdruck zu mindern, hat die Biofarm eine limitierte Menge der frühblühenden Sorte AVISO reserviert. Für diese konventionelle, ungebeizte Qualität wird eine Ausnahmebewilligung benötigt. Wer eine solche braucht, meldet sich bei Biofarm, damit ein Sammelgesuch eingereicht werden kann.
Auskunft:
Stefanie Bergmann
Biofarm
062 957 80 50
E-Mail
Andere, wichtige Informationen der Biofarm zu Handen der Rapsproduzenten sind im Brief vom 22.07.2010 zu finden.
Infobrief der Biofarm vom 22.07.2010 (632 KB)
Biofarm gewinnt erneut die Rapsölmedaille
(26.02.2010) Das Biofarm-Rapsöl wurde bereits zum dritten Mal mit der Rapsölmedaille der DGF (Deutsche Gesellschaft für Fettwissenschaft) ausgezeichnet. Sie wird nur für kaltgepresste Öle vergeben, die sich durch einen intensiv saatigen Geruch und Geschmack zusammen mit einem nussigen Nachgeschmack auszeichnen. Fehlaromen dürfen keine auftreten. Von insgesamt 40 Ölen wurden 20 prämiert. Damit erfüllt das Biofarm-Rapsöl die höchsten Anforderungen.
Am 16. Januar 2010 konnte Stefanie Bergmann, Projektleiterin Ölsaaten, die Auszeichnung an der Grünen Woche in Berlin entgegennehmen. Gleichzeitig präsentierte Biofarm ihr ausgezeichnetes Rapsöl in einem neuen Kleid.
Das Schweizer Biorapsöl ist eines der wenigen Speiseöle, das wertvolle ungesättigte Fettsäuren in einem ausgeglichenen Verhältnis für unsere Ernährung enthält. Ein voller Esslöffel Rapsöl deckt den täglichen Bedarf an Omega-3-Fettsäuren. Mit seiner feinen saatig-nussigen Note ist es auch ein Öl, das sehr gut in der Alltagsküche verwendet werden kann. Am besten wird es in der kalten Küche eingesetzt oder auch leicht erhitzt, zum Beispiel zum Andämpfen von Gemüse, verwendet.
Empfehlungen für die Saat 2009
(18.08.2009) Die Auswertung der jährlichen Umfrage bei den Biorapsproduzenten und die Ergebnisse der Rapsversuche weisen für das Gelingen der Kultur neben anderen Faktoren auf die Bedeutung einer guten Nährstoffversorgung der Pflanzen im Herbst hin.
Aussaat: Die meisten Biobetriebe haben den Raps letztes Jahr zwischen dem 22. und 28. August 2008 gesät. Die eher frühe Saat hat sich nach Unkrautkuren und guten Bedingungen für die Saatbettvorbereitung bewährt. Die meisten Biorapsfelder gingen mit starken Pflanzen mit starken Wurzeln in den Winter. Zu grosse oder zu starke Pflanzen vor dem Winter haben sich bisher nicht als nachteilig erwiesen.
Sätechnik: Bei weiten Reihenabständen von 45 und 50 cm und somit mehr Pflanzen in der Reihe bewährt sich die Einzelkornsaat gegenüber der Saat mit der Getreidesämaschine. Bei der Einzelkornsaat haben die Pflanzen mehr Platz und können sich deshalb besser entwickeln, als bei den kleinen Samenhäufchen aus der Saat mit der Getreidesämaschine. Breitsaat ohne die Möglichkeit einer späteren Unkrautregulierung mit dem Hackarbeit kann nur erfahrenen Rapsproduzenten auf eher leichten Böden mit geringer Verunkrautung empfohlen werden.
Sortenwahl: Empfohlen werden die Sorten Robust (Biosaatgut verfügbar) und Aviso (konventionnelles, nicht gebeiztes Saatgut, nur mit einer Bewilligung der FiBL-Saatgutstelle, Tel. 062 865 72 08). Aviso blüht ein Paar Tage vor Robust.
Auflaufen: Ein feines und gut abgesetztes Saatbett sowie Walzen nach der Saat bewirken ein rasches Auflaufen und beugen grösseren Schneckenschäden vor. Ferramol-Schneckenkörner dürfen nur bis 2 Wochen nach dem Auflaufen der jungen Rapspflänzchen ausgebracht werden.
Düngung: Wenn immer möglich, sollte der Raps weit vorne in der Fruchtfolge „platziert“ werden. Folgt er erst an dritter oder vierter Stelle nach Umbruch, oder folgt Raps nach Getreide, so wirkt sich - zusätzlich zu einer Mistgabe vor der Aussaat - eine Güllegabe im Herbst positiv auf den Ertrag aus.
Zustand der Pflanzen am Anfang des Winters: Die Rapspflanzen müssen sich schon im Herbst stark entwickeln können. Eine sorgfältige Bodenvorbereitung, eine frühe Saat um den 20. August und ein guter Standort sind zwingende Voraussetzungen dafür. Die Angst, dass der Raps im Winter unter der Schneedecke zu stark leidet, ist unbegründet.
Rapsglanzkäfer: Forschungsarbeiten haben zwar gezeigt, dass nach der Behandlung der Rapspflanzen mit Steinmehl und mit Steinmehl gemischten Produkten während einiger Zeit weniger Käfer an den Knospen fressen, die Blüten dann auf den behandelten Kleinparzellen auch intensiver und der Schotenansatz höher ist, doch auf den Ertrag hatten die getesteten Mittel bisher keine eindeutig positive Auswirkung. Einige Landwirte haben jedoch mit dem Einsatz von Steinmehl (gespritzt oder gestäubt) gute Erfahrungen gemacht.
Nicht der Rapsglanzkäfer im Frühling ist der limitierende Faktor für Bioraps, sondern das Kompensationsvermögen der Rapspflanzen, wenn auf den Haupttrieben die Blütenanlagen durch den Käfer geschädigt werden. Voraussetzung für ein gutes Kompensationsvermögen ist eine sorgfältige und frühe Saat sowie eine gute Düngung im Herbst. In der letzten Anbausaison gab es erfreulicherweise neben den Parzellen, die untergepflügt werden mussten, auch Parzellen bei welchen der Landwirt unterpflügen wollte, die Beratung anfragte und nach einer gemeinsamen Beurteilung die Parzelle doch stehen liess. Geerntet hat einer dieser Landwirte dann 19 kg pro Are.
Übernahmebedingungen 2010: Nach wie vor kann die Biofarm Genossenschaft die Nachfrage nach Bioraps und Biorapsöl aus Schweizer Bioanbau nicht decken. Die Zielfläche beträgt langfristig 250 ha, für die Aussaat 2009 werden 200 ha angestrebt. Der Produzentenpreis bleibt mit CHF 200.- pro dt stabil. Weite Transportdistanzen (über 25 km) zu den Sammelstellen werden mit CHF 3.- pro km (hin und zurück) entschädigt. Die Biofarm kann die Abnahme von Raps von Umstellungsbetrieben anbieten.
Spezialisierte Ansprechpartner:
Schäden von Erdflöhen und Schnecken, Applikation von Steinmehl gegen den Rapsglanzkäfer und gegen Erdflöhe:
Claudia Daniel (FiBL) Tel. 062 865 72 91 oder Hansueli Dierauer (FiBL) Tel. 062 865 72 65
Versuch Einsaaten zur Unkrautunterdrückung und N-Fixierung:
Hans Ramseier (SHL Zollikofen) Tel. 031 910 21 89
Einsatz von Steinmehl gegen den Rapsglanzkäfer:
Clay Humphrys (ART) Tel. 044 377 72 38 oder Claudia Daniel (FiBL) Tel. 062 865 72 91
Formular Anbaumeldung 2009/2010 (Website Biofarm)
Biorapsanbau auch dieses Jahr mit vielen Hürden
(18.05.2009) Der biologische Anbau von Raps gestaltet sich auch in diesem Jahr schwierig: der lange, kalte Winter und der anschliessende rasche, starke Temperaturanstieg mit darauf folgender Trockenheit führte zu einer schlechten Nährstoffverfügbarkeit. Dies hatte an vielen Orten wieder starke Welkesymptome an den Knospen zur Folge. Der starke Temperaturanstieg führte auch zu einem extrem starken Einflug der Schädlinge in die Rapsfelder: während am 2. April in der Region Fricktal noch keine Schädlinge an den Pflanzen zu finden waren, wurden am 3. April nachmittags teilweise schon bis zu 10 Rapsglanzkäfer pro Pflanze gezählt. Da die Rapsglanzkäfer beim Einflug sehr genau zwischen den verschiedenen Entwicklungsstadien der Pflanzen unterscheiden können, konzentrierte sich der starke Anfangsbefall meist auf die schon weiter entwickelten IP-Felder. Bio-Felder, insbesondere Felder mit der spätblühenden Sorte Robust, wurden vorerst vom Rapsglanzkäfereinflug verschont. Dafür trat ein anderer Schädling stark auf: der Stängelrüssler. Dieser Käfer überwintert im Boden des Vorjahresfeldes und wandert von dort in die neuen Bestände ein. Vor allem bei direkt angrenzenden Parzellen sind häufig starke Schäden zu beobachten. An den meisten Orten sind bei der Sorte Robust nun die ersten Blüten offen. Wie gut die Pflanzen mit den vielfältigen Herausforderungen (Knospenwelke, Rapsglanzkäfer, Stängelrüssler) umgehen und die Schäden kompensieren können, bleibt abzuwarten.
Claudia Daniel, FiBL
Biofarm sucht weitere Produzenten für die Aussaat 2009
(25.02.2009) Die Erfolgsgeschichte des Biorapsöl der Biofarm nimmt seine Fortsetzung. Aufgrund der grossen Nachfrage nach Schweizer Biorapsöl sucht Biofarm für die Aussaat 2009 weitere Produzenten. Für die Saison 2009/2010 werden 250 Hektaren angestrebt. Was 2000 mit 5 ha begann, konnte in der Aussaat 2008 auf gut 140 ha ausgeweitet werden.
Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass Bioraps, angebaut auf fruchtbaren Ackerböden mit guter Nährstoffversorgung, der angepassten Unkrautregulierung und vor allem dem gezielten Einsatz der Hofdünger erfreuliche Ernteerträge einbringt. Offene und windige Lagen sowie starke Rapspflanzen wirken vorbeugend gegen den Rapsglanzkäfer.
Die Vermarktung von Knospe-Biorapsöl erfolgt ausschliesslich über die Biofarm Genossenschaft. Biofarm übernimmt Bioraps an sechs Sammelstellen verteilt über die ganze Schweiz und das Fürstentum Lichtenstein.
Wer sich vor dem Anbau aus erster Hand über den Biorapsanbau informieren möchte, hat die Möglichkeit, an den Flurbegehungen für die Rapsproduzenten teilzunehmen. Die Termine werden auf bioaktuell.ch mitgeteilt werden.
Interessierte Knospe-Betriebe melden sich bei der Biofarm Genossenschaft, 4936 Kleindietwil; Franziska Schärer, Tel. 062 957 80 53 oder Niklaus Steiner, Tel. 062 957 80 52.
Anbaumeldung Bio-Raps (Website Biofarm, PDF, 16 KB)
Qualitätsanforderungen Bio-Raps (Website Biofarm, PDF, 23 KB)
Knospe Bio Suisse-Rapsöl in Berlin zum zweiten Mal ausgezeichnet
(23.01.2009) Zum zweiten Mal hintereinander haben die Schweizer Biorapsbauern und die Genossenschaft Biofarm an der Internationalen Grünen Woche in Berlin die Rapsöl-Medaille der Deutschen Gesellschaft für Fettwissenschaften (DGF) erhalten. Die Medaille ist der Lohn für die grossen Anstrengungen von Biofarm und Bioproduzenten, konstant qualitativ hoch stehendes Biorapsöl zu produzieren. Bis kaltgepresstes Bio-Rapsöl von Biofarm in den Regalen von Biogeschäften, Reformhäusern und Drogerien steht, gehen intensive, genau kontrollierte Anbau- und Verarbeitungsprozesse voraus.
Degustatoren bewerten die von den einzelnen Anbietern und Produzenten eingereichten Rapsöle aufgrund des Geruchs und Geschmacks. Sehr gutes Rapsöl muss «saatig» und «nussig» schmecken. Insgesamt wird die Rapsöl-Qualität immer besser. Von den 31 eingereichten kaltgepressten Rapsölen aus Deutschland und der Schweiz zeichnete die Jury 22 mit der DGF-Medaille aus. Zu den ausgezeichneten Schweizer Rapsölen zählen ausserdem zwei St. Galler und ein Thurgauer Rapsöl. Verliehen wird die begehrte Rapsöl- Medaille jeweils von der Deutschen Gesellschaft für Fettwissenschaften (DGF) und der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP).
Das Rapsöl mit der Knospe aus Schweizer Anbau von Biofarm wird in einer handwerklichen Ölmühle regelmässig frisch und ohne Wärmezufuhr gepresst. Durch diese schonende Verarbeitung bleiben die typischen Aroma-, Farb- und sekundären Pflanzenstoffe bei der Ölherstellung erhalten. Rapsöl ist für die kalte Küche optimal.
Biofarm
Erstmals Rapssaatgutvermehrung in der Schweiz
(15.09.2008) Unter der Federführung der Biofarm wird in der Schweiz erstmals Rapssaatgut vermehrt. Neben dem Gebrauchssaatgut, dessen gesamte Ernte zu kaltgepresstem Biorapsöl verarbeitet wird, haben zwei Bioproduzenten sogenanntes Basissaatgut der Sorte Robust ausgesät. Das Erntegut wird zur Saatgutvermehrung genutzt werden.
Biofarm hat die Saatgutvermehrung von Biorapssaatgut in der Schweiz angestossen, um mit Sicherheit Saatgut ohne Verunreinigung durch gentechnisch veränderte Organismen (GVO) produzieren zu können. Da in der Schweiz das Gentechmoratorium bis 2010 gilt und gute Aussichten für eine Verlängerung bestehen, kann dies garantiert werden. Biofarm bevorzugt für die Vermehrung Saatgut von standortangepassten Sorten, welche ein feines, kaltgepresste Öl liefern.
Nachdem Biofarm dieses Projekt lanciert hat, arbeitet nun die Pflanzenzuchtfirma KWS eng mit der Vermehrungsorganisation Düdingen und den beiden Biobauern zusammen. Ihre Kooperation ist vertraglich geregelt. Die Pflanzenzuchtfirma stellt das Basissaatgut zur Verfügung. Die Vermehrungsorganisation begleitet und kontrolliert den ganzen Prozess von der Aussaat bis zur Ernte. Sie organisiert ebenso den Trocknungs- und Reinigungsprozess. Die Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART) testet nach der Ernte die Keimfähigkeit des Saatguts, sowie die Sortenreinheit und mögliche samenbürdige Krankheiten. Nun hoffen wir auf die passende Witterung und eine erfolgreiche Ernte im Juli 2009.
Weiterführende Informationen:
Artikel aus der Zeitschrift „die Grüne“ (138 KB) (PDF, 140 KB)
Durchschnittliche Ernte im 2008 und grosse Flächenausfälle
(04.09.2008) Erfreulicherweise konnte die Aussaatfläche von 2006 zu 2007 um das 1.5-fache gesteigert werden. Doch schon bei der Aussaat hatte das Biorapsjahr besondere Herausforderungen für die Biorapsproduzenten bereit: Wegen der vielen Niederschläge im August 2007 wurde der Raps vielerorts spät gesät. Danach trugen die kühlen Herbsttage unter anderem dazu bei, dass die Pflanzen schlecht aufliefen und vor dem Einwintern zu klein waren. Gemäss Beobachtungen waren in 30% der Bestände die Rapspflanzen vor Wintereinbruch ungenügend entwickelt. Die Westschweiz profitierte von günstigeren Witterungsbedingungen, viel Sonne und etwas wärmeren Spätsommer- und Herbsttagen im 2007. So lag dann bei der Ernte 2008 der durchschnittliche Ertrag mit 16 kg pro Are (Westschweiz 23 kg pro Are) deutlich tiefer als 2007 mit 20 kg pro Are.
Zu den tiefen Erträgen kamen grosse Flächenausfälle. Die Gründe dafür waren sehr vielfältig, häufig trafen mehrere zusammen: 20% der Fläche mussten wegen Fehlern in der Anbautechnik, 47% wegen Herbstschädlingen umgebrochen werden. Die Ursachen für 2/3 der Flächenausfälle sind im Herbst zu finden (Anbautechnik und Schädlinge). Es zeigt sich, dass die Kulturführung im Herbst äusserst wichtig ist.
Franziska Schärer, Biofarm
Schweizer Biorapsanbau in Zahlen
Anbaujahr | 2005/2006 | 2006/2007 | 2007/2008 | 2008/2009 |
Aussaatfläche Bioraps (ha) | 102 | 106 | 162 | Ziel: 200 |
Geerntete Fläche (ha) | 74 | 97 | 98 | |
Flächenausfall (%) | 27 | 8 | 39 | |
Erntemenge Gesamtschweiz (t) | 117 | 190 | 159 | |
Produzentenpreis (Fr./dt) | 120 | 160 1) | 160 | 200 |
1) abzüglich Fr. 5.- für Beratungs- und Forschungsfonds | ||||
Ursachen für Flächenausfälle im Schweizer Biorapsanbau 2007/08
Schwieriges Rapsjahr mit Hoffnungsschimmer
(05.08.2008) Nach dem sehr guten Biorapsjahr 2007 herrscht 2008 – im übertragenen, wie auch im wörtlichen Sinn – Regenwetter. Die kühle, feuchte Periode während der Blütenentwicklung führte zu einer schlechten Nährstoffaufnahme, sodass auf mehreren Feldern starke Mangelsymptome an den Pflanzen auftraten. Weiterhin war der Stängelrüssler in vielen Gebieten sehr häufig. Diese beiden Faktoren beeinträchtigten die Pflanzenentwicklung.
Dem Rapsglanzkäfer hingegen war das kühle, feuchte Wetter zuwider. In den meisten Gebieten wanderten die Käfer erst mit den zunehmenden Temperaturen im Mai in grösserem Ausmass in die Felder ein. Für gravierenden Schadfrass war die Blüte da schon zu weit fortgeschritten. In einigen Gebieten (z.B. Fricktal) wurden die ersten Käfer jedoch schon bei den wenigen warmen Tagen Ende Februar in den Feldern beobachtet und verursachten dann auch deutliche Schäden.
In einem Versuch des FiBL zeigte das Stäuben von Gesteinsmehl auf diesen Feldern Wirkung: Mehrmaliges Stäuben von 500 kg Gesteinsmehl pro Hektar während der Knospenentwicklung konnte die Frassaktivität der Käfer deutlich hemmen. Es wurden weniger Knospen zerstört. Die behandelten Parzellen blühten sichtbar stärker und in der Folge trugen die behandelten Pflanzen 52% mehr Schoten.
Claudia Daniel, FiBL
















